Bürger- und Heimatverein Heven e.V.

gegründet 07.02.1897

 
 
   

 

    
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Heven - Vereinsleben

 

Landeskundliche Wanderungen und Tagesfahrten

 
 
 

Herbert Nölker

Die landeskundliche Fahrt des Bürger- und Heimatvereins Heven e.V. am Samstag, dem 26. Juli 2003, nach Lippstadt und zum Möhnesee.

 

Der Sommer 2003 mit seinen vielen heißen und trockenen Tagen wird vielen noch in Erinnerung sein. Wir hatten mehrfach Tagestemperaturen die nahe der 40 Grad lagen. Der 26. Juli 2003 bildete eine wohltuende Ausnahme. Als wir mit 93 Personen in zwei modernen Reisebussen gegen 7.30 Uhr Heven in Richtung Lippstadt verließen, war der Himmel bedeckt und es gab unterwegs auch einige Regentropfen. Bei der Ankunft in Lippstadt gegen 9.00 Uhr war der Himmel fast schon wieder wolkenfrei. Die Temperatur war angenehm und bestens geeignet für unseren zweistündigen Stadtrundgang.

Wir wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. Bei der Führung durch die historische Altstadt konnten wir die vielen gepflegten Fachwerkbauten bewundern.

Wir besichtigten das schöne Rathaus aus dem Jahre 1773. Es beherbergt die Stadt- und Kulturinformation und den Verkehrsverein. Es wurde uns auch das wunderschöne Stadtpalais gezeigt, das vor dem 18. Jahrhundert errichtet wurde. Das Standesamt ist heute in diesem Haus untergebracht. Der deutsche Klassizismus ist in den schönen Stuckornamenten deutlich sichtbar.

Ein Anziehungspunkt war auch der Bürgerbrunnen, der anlässlich der 800-Jahrfeier 1985 von den Bürgern gespendet wurde. Er zeigt 9 bedeutende Figuren, welche die Stadtgeschichte maßgeblich beeinflusst haben, u.a. Friedrich den Großen, König von Preußen.


Lippstadt - Haus des dortigen Heimatvereins

 

 


Lippstadt - Am Brunnen mit den beweglichen
 historischen Figuren

 

 

 

 

 

 


Lichtbildervortrag über die Geschichte der Möhnetalsperre
 im Heinrich-Lübke-Haus am Möhnesee

 

 

 


An der Sperrmauer des Möhnestausees

Ein besonderer Höhepunkt war die Besichtigung der Großen Marienkirche.

Zur besseren Unterscheidung von Ihrer namensgleichen Schwester, der Stiftskirche St. Marien, die nur noch als Ruine erhalten ist, erhielt die Evangelische Pfarr- und Marktkirche die Bezeichnung „Große Marienkirche“.

Über 800 Jahre reicht die Baugeschichte der Großen Marienkirche zurück. Ihr Baubeginn stimmt wohl zeitgleich mit der Stadtgründung Lippstadts 1184/85 durch Bernhard II zur Lippe, dem späteren Bischof von Selonien in Livland, überein. Sie wurde 1222 eingeweiht und wurde 1524 im Zuge der Reformation ein evangelisches Gotteshaus.

Die Lippstädter Große Marienkirche zählt zu den architekturgeschichtlich bedeutenden Kirchenbauten für die Entwicklung der Hallenkirchen in Deutschland.

Der großzügig geschnittene Raum der spätromanischen Halle, ihre reichen und qualitätsvollen Architekturformen, sind bei der Großen Marienkirche sehr früh stilbildend ausgeprägt. Von späteren Erneuerungen und Restaurierungen blieb sie weitestgehend verschont, so dass sie ihre architekturgeschichtliche Aussagekraft als historisches Dokument unverfälscht bis heute bewahren konnte.

Gegen 11.00 Uhr verließen wird das schöne Lippstadt, um das Landgasthaus zum Tackeberg in Neuhaus, im idyllisch gelegenen Hevetal Möhnesee anzusteuern.

Die Gastronomie war auf den großen Andrang bestens vorbereitet. Wir wurden zügig bedient. Das Essen war sehr schmackhaft, es wurde reichlich serviert.

Unser nächstes Ziel war die Möhnetalsperre. Die Busse brachten uns nach Möhnesee-Günne, wo im Heinrich-Lübke-Haus, eine Einrichtung der Katholischen-Arbeiter-Bewegung, der KAB, ein Vortrag für 14.30 Uhr angesetzt war. Als Referent hatte sich der frühere Leiter dieser Begegnungsstätte, Herr Mantel, zur Verfügung gestellt. Wir erhielten interessante Informationen.

Die Gründung der Sperrmauer erfolgte am 07.01.1908, die Bauphase konnte am 31.12.1912 abgeschlossen werden. Der Baumaßnahme mussten 200 Gebäude weichen und 800 Personen mussten umgesiedelt werden. Die feierliche Einweihung geschah aber erst am 12.07.1913, ohne kaiserliche Teilnahme, die zunächst angekündigt war. Der Möhnesee ist eine der größten Talsperren in Europa und hat ein Fassungsvermögen von 135 Millionen Kubikmeter. Der Betreiber ist der Ruhrverband.

Vor gut 60 Jahren, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 zerstörten britische Flugzeuge mit Rollbomben, trotz ausgelegter Torpedofangnetze, die Staumauer. Die Flutkatastrophe hat 1200 Menschen das Leben gekostet. Ältere Hevener Bürger werden sich noch an die riesigen Wassermassen erinnern, die durch das Ruhrtal strömten. Nach 5 Monaten Reparaturzeit war das Loch in der Staumauer wieder geschlossen. Anfang der 90-er Jahre erfolgte eine Grundsanierung.

Im Speisesaal des Heinrich-Lübke-Hauses wurde Kaffee und Kuchen angeboten. Viele Heimatfreunde haben dieses Angebot genutzt. Da das Haus an einem Berghang liegt, hatte man einen wunderbaren Blick auf den Möhnesee und Teile der Staumauer.

Dann stand noch eine Dampferfahrt auf dem Programm. Ein kurzer Fußweg, es ging nur bergab bzw. geradeaus über die Staumauer, führte uns zu der Hauptanlegestelle Möhnesperrmauer Günne. Um 17.00 Uhr begann die einstündige Rundfahrt. Bei angenehmen Außentemperaturen und reichlich Sonnenschein wurde natürlich auf dem Außendeck Platz genommen, um die Schönheiten des Sees und des Arnsberger Waldes zu genießen.

Anschließend traten wir unsere Heimfahrt an. Gegen 19.30 erreichten wir wieder Heven. Ein schöner, erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

 


Auf der Sperrmauer des Möhnestausees

 

 


 

 


Schiffahrt auf dem Möhnesee
                                                         (Aufnahmen: Herbert und Annelore Nölker)

 

 

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