Bürger- und Heimatverein Heven e.V.

gegründet 07.02.1897

 
 
   

 

    
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Heven - Vereinsleben

 

Landeskundliche Wanderungen und Tagesfahrten

 
 
 

Herbert Nölker

Die landeskundliche Fahrt am Samstag, dem 04. September 2004 zur Westfälischen Mühlenstraße

 

An einem wunderschönen Spätsommertag machten sich 75 Heimatfreunde auf den Weg zur Westfälischen Mühlenstraße. In zwei modernen Reisebussen verließen wir Heven gegen 7.00 Uhr. Der Weg führte uns über die Autobahnen A 44, A 45, A 1 und A 2 in Richtung Minden-Lübbecke. An der Raststätte Gütersloh wurde eine kurze Pause eingelegt. Da Anfang September die Tage schon wieder kürzer werden und wir schon recht früh aufgebrochen sind, konnten wir bei unserer Busfahrt einen herrlichen Sonnenaufgang genießen. Unsere erste Anlaufstelle war die Rossmühle auf dem Hofe Meyer zu Kniendorf in dem Ort Oberbauerschaft am Südhang des Wiehengebirges. Wir wurden von zwei Gästeführerinnen des Landfrauen-Service Minden-Lübbecke empfangen, die uns bis zur Abfahrt begleiteten und uns mit ausgezeichneten Informationen versorgten. Zur Begrüßung boten sie uns Schwarzbrotscheiben mit Butteraufstrich, eine Spezialität aus dem Kreise Minden-Lübbecke, an. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden wir über die mehr als 200 Jahre alte Mühle unterrichtet. Die Betreuung einer Gruppe übernahm Herr Meyer zu Kniendorf selbst.

 


Zur Begrüßung bot uns die Bauernfamilie Meyer zu
Kniendorf Schwarzbrotscheiben
mit Butteraufstrich an

 

 

 

 

 

 

Der Bauernhof ist einer der größten des Ortes und wird erstmals im Jahre 1463 erwähnt. Aus Urkunden geht hervor, dass seit 1514 sich dieses Anwesen im Besitz der Familie Meyer zu Kniendorf befindet. Die Rossmühle ist 1797 errichtet worden. Es wurden auch Balken früherer Hofgebäude verwendet, zu erkennen aus einer Inschrift des Jahres 1655. Zunächst wurde die Bokemühle gebaut, die für das Weichklopfen von Flachs genutzt wurde. 13 Jahre später, im Jahre 1810, kam noch eine Getreidemühle dazu. Bis zum Jahre 1920 wurde die Mühle durch Pferdekraft betrieben, wobei die Pferde im Innenraum der Mühle arbeiteten. Einige Heimatfreunde schlüpften in die Rolle der Pferde und brachten die Mühle tatsächlich in Bewegung. Im Jahre 1930 erfolgte die endgültige Stillegung, zuvor hat es noch 10 Jahre einen Motorenantrieb gegeben. Die Rossmühle ist von der Familie Meyer zu Kniendorf sorgsam gepflegt worden. Es ist nicht übertrieben, wenn man dieses Bauwerk als Kleinod unter den technischen Kulturdenkmälern bezeichnet.

 

Um uns die Funktion des Göpels und der damit gekoppelten Flachsweichklopfanlage klar zu machen, drehten statt eines Pferdes drei Heimatfreunde den Göpel. Dieser Göpel diente ebenfalls zum Antrieb einer im Nachbargebäude stehenden Schrotmühle.

 

 

 Nach der Besichtigung fuhren wir wieder über das Wiehengebirge, diesmal in nördlicher Richtung zum Luftkurort Preußisch Oldendorf-Holzhausen. Unterwegs erfuhren wir von den Gästeführerinnen, dass die Westfälische Mühlenstraße 320 km umfasst. Es handelt sich um einen Rundkurs, auf dem sich 42 Ross, Wind, Wasser und Schiffsmühlen befinden. Dies alles gehört zum Einzugsgebiet des Kreises Minden-Lübbecke, der über 310.000 Einwohner verfügt.

 

 


 


Landschloss Hüffe

In Holzhausen angekommen, erfolgte ein kurzer Spaziergang durch den wunderschönen Kurpark. Ein Anziehungspunkt war das Haus des Gastes, das frühere Rittergut Holzhausen, erbaut im Jahre 1529. Das Haus ist im Inneren so gestaltet worden, dass es den Anforderungen eines Kurbetriebes gerecht wird. Neben einem Verkehrsbüro gibt es 2 Leseräume, einen Vortragssaal, eine Bibliothek und andere Räumlichkeiten. Sogar ein Fahrstuhl ist installiert worden. Direkt neben dem Haus des Gastes liegt eine weitere Sehenswürdigkeit, und zwar die Gutswassermühle Holzhausen, die 1982 restauriert wurde und seit 1983, mit einer kurzen Unterbrechung, wieder in Betrieb ist. Am Ende des Parks befindet sich das Bauernhofcafe’ Röscher. Hier kehrten wir gegen 12.00 Uhr ein. Serviert wurde ein geschmackvolles und umfangreiches Mittagessen von einem freundlichen und aufmerksamen Bedienungspersonal.

 

Von hieraus ging die Fahrt in Richtung Levern. Unterwegs gab es einen kleinen Abstecher. Für einen Fototermin wurde ein Stopp vor dem Landschloss Hüffe, eines der schönsten Wasserschlösser Westfalens in Lashorst, eingelegt. Heute ist es im Besitz der Gräfin von Schwerin. Bei besonderen Kulturveranstaltungen ist es auch für die Allgemeinheit zugänglich.

 

In Levern angekommen, erfolgte die Aufteilung wieder in zwei Gruppen. Ein Teil besuchte zuerst die Windmühle, der andere Teil die historische Altstadt mit Stiftskirche. Die Mühle in Levern trägt den Namen Kolthoffsche Mühle und wurde 1922 gebaut. Im Jahre 1979 erhielt sie den heutigen Standort. Der Betreiber ist ein Förderverein, deren Vorsitzende die Führung übernahm. Bei unserem Besuch fand auf dem Gelände auch eine Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte statt.  

 

 


Kolthoffsche Mühle

 


Lageplan von Levern

 


Stiftskirche zu Levern

 

Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung des malerischen Ortskerns, mit seinen Kurien und der Stiftskirche. Der Stiftsort Levern liegt  auf  einem  Hügel

Die Stiftskirche zu Levern und ist schon von weitem sichtbar. Auf dem Lageplan ist der Ortskern abgebildet. Von der Gästeführerin erhielten wir einen Überblick über die historischen Hintergründe der verschiedenen Gebäude. Levern kann auf eine 1000-jährige Geschichte zurück blicken, und ist schon mehrfach bei dem Wettbewerb „ Unser Dorf soll schöner werden „ sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene ausgezeichnet worden. Mit einem Vortrag der Gästeführerin über die Stiftskirche und einem gemeinsam gesungenen Lied endete in der Kirche das Besichtigungsprogramm.

Zum Kaffeetrinken fuhren wir nach Stemwede-Niedermehnen und kehrten in dem Bauernhofcafe’ Wehebrink ein. Gegen 17.00 Uhr verabschiedeten sich unsere Gästeführerinnen und wir traten den Heimweg an. Die Busfahrer wählten auf der Rückfahrt eine andere Route. Diesmal ging es über die Autobahnen A30, A1 und A43 nach Heven. Um 19.30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Dieser Spätsommertag hatte sich von seiner besten Seite gezeigt. Wir haben viel gesehen und auch viel erfahren. Der Tag wird vielen bestimmt in guter Erinnerung bleiben.


Häuserreihe südlich der Stiftskirche


Vor der Kurie von Schele

 


Wappen am Hause der Abtei von Horst

 


Wappen am Hause der Kurie von Schele

 


Altar der Stiftskirche


Taufstein in der Stiftskirche

 

 

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