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Landeskundliche Wanderungen und Tagesfahrten |
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Die landeskundliche Fahrt am
Samstag, dem 04. September 2004 zur Westfälischen
Mühlenstraße |
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An einem
wunderschönen Spätsommertag machten sich 75 Heimatfreunde
auf den Weg zur Westfälischen Mühlenstraße. In zwei modernen
Reisebussen verließen wir Heven gegen 7.00 Uhr. Der Weg
führte uns über die Autobahnen A 44, A 45, A 1 und A 2 in
Richtung Minden-Lübbecke. An der Raststätte Gütersloh wurde
eine kurze Pause eingelegt. Da Anfang September die Tage
schon wieder kürzer werden und wir schon recht früh
aufgebrochen sind, konnten wir bei unserer Busfahrt einen
herrlichen Sonnenaufgang genießen. Unsere erste Anlaufstelle
war die Rossmühle auf dem Hofe Meyer zu Kniendorf in dem Ort
Oberbauerschaft am Südhang des Wiehengebirges. Wir wurden
von zwei Gästeführerinnen des Landfrauen-Service
Minden-Lübbecke empfangen, die uns bis zur Abfahrt
begleiteten und uns mit ausgezeichneten Informationen
versorgten. Zur Begrüßung boten sie uns Schwarzbrotscheiben
mit Butteraufstrich, eine Spezialität aus dem Kreise
Minden-Lübbecke, an. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden wir
über die mehr als 200 Jahre alte Mühle unterrichtet. Die
Betreuung einer Gruppe übernahm Herr Meyer zu Kniendorf
selbst.
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Zur Begrüßung bot uns die Bauernfamilie Meyer zu
Kniendorf Schwarzbrotscheiben
mit Butteraufstrich an

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Der
Bauernhof ist einer der größten des Ortes und wird erstmals
im Jahre 1463 erwähnt. Aus Urkunden geht hervor, dass seit
1514 sich dieses Anwesen im Besitz der Familie Meyer zu
Kniendorf befindet. Die Rossmühle ist 1797 errichtet worden.
Es wurden auch Balken früherer Hofgebäude verwendet, zu
erkennen aus einer Inschrift des Jahres 1655. Zunächst wurde
die Bokemühle gebaut, die für das Weichklopfen von Flachs
genutzt wurde. 13 Jahre später, im Jahre 1810, kam noch eine
Getreidemühle dazu. Bis zum Jahre 1920 wurde die Mühle durch
Pferdekraft betrieben, wobei die Pferde im Innenraum der
Mühle arbeiteten. Einige Heimatfreunde schlüpften in die
Rolle der Pferde und brachten die Mühle tatsächlich in
Bewegung. Im Jahre 1930 erfolgte die endgültige Stillegung,
zuvor hat es noch 10 Jahre einen Motorenantrieb gegeben. Die
Rossmühle ist von der Familie Meyer zu Kniendorf sorgsam
gepflegt worden. Es ist nicht übertrieben, wenn man dieses
Bauwerk als Kleinod unter den technischen Kulturdenkmälern
bezeichnet.
Um uns die
Funktion des Göpels und der damit gekoppelten
Flachsweichklopfanlage klar zu machen, drehten statt eines
Pferdes drei Heimatfreunde den Göpel. Dieser Göpel diente
ebenfalls zum Antrieb einer im Nachbargebäude stehenden
Schrotmühle.
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Nach der Besichtigung fuhren wir
wieder über das Wiehengebirge, diesmal in nördlicher
Richtung zum Luftkurort Preußisch Oldendorf-Holzhausen.
Unterwegs erfuhren wir von den Gästeführerinnen, dass die
Westfälische Mühlenstraße 320 km umfasst. Es handelt sich um
einen Rundkurs, auf dem sich 42 Ross, Wind, Wasser und
Schiffsmühlen befinden. Dies alles gehört zum Einzugsgebiet
des Kreises Minden-Lübbecke, der über 310.000 Einwohner
verfügt.
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Landschloss Hüffe |
In
Holzhausen angekommen, erfolgte ein kurzer Spaziergang durch
den wunderschönen Kurpark. Ein Anziehungspunkt war das Haus
des Gastes, das frühere Rittergut Holzhausen, erbaut im
Jahre 1529. Das Haus ist im Inneren so gestaltet worden,
dass es den Anforderungen eines Kurbetriebes gerecht wird.
Neben einem Verkehrsbüro gibt es 2 Leseräume, einen
Vortragssaal, eine Bibliothek und andere Räumlichkeiten.
Sogar ein Fahrstuhl ist installiert worden. Direkt neben dem
Haus des Gastes liegt eine weitere Sehenswürdigkeit, und
zwar die Gutswassermühle Holzhausen, die 1982 restauriert
wurde und seit 1983, mit einer kurzen Unterbrechung, wieder
in Betrieb ist. Am Ende des Parks befindet sich das
Bauernhofcafe’ Röscher. Hier kehrten wir gegen 12.00 Uhr
ein. Serviert wurde ein geschmackvolles und umfangreiches
Mittagessen von einem freundlichen und aufmerksamen
Bedienungspersonal.
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Von hieraus
ging die Fahrt in Richtung Levern. Unterwegs gab es einen
kleinen Abstecher. Für einen Fototermin wurde ein Stopp vor
dem Landschloss Hüffe, eines der schönsten Wasserschlösser
Westfalens in Lashorst, eingelegt. Heute ist es im Besitz
der Gräfin von Schwerin. Bei besonderen
Kulturveranstaltungen ist es auch für die Allgemeinheit
zugänglich.
In Levern
angekommen, erfolgte die Aufteilung wieder in zwei Gruppen.
Ein Teil besuchte zuerst die Windmühle, der andere Teil die
historische Altstadt mit Stiftskirche. Die Mühle in Levern
trägt den Namen Kolthoffsche Mühle und wurde 1922 gebaut. Im
Jahre 1979 erhielt sie den heutigen Standort. Der Betreiber
ist ein Förderverein, deren Vorsitzende die Führung
übernahm. Bei unserem Besuch fand auf dem Gelände auch eine
Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte statt.
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Kolthoffsche Mühle

Lageplan von Levern
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Stiftskirche zu Levern
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Ein weiterer Höhepunkt war die
Besichtigung des malerischen Ortskerns, mit seinen Kurien
und der Stiftskirche. Der Stiftsort Levern liegt auf
einem Hügel |
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Die Stiftskirche zu Levern und ist schon von weitem
sichtbar. Auf dem Lageplan ist der Ortskern abgebildet. Von
der Gästeführerin erhielten wir einen Überblick über die
historischen Hintergründe der verschiedenen Gebäude. Levern
kann auf eine 1000-jährige Geschichte zurück blicken, und
ist schon mehrfach bei dem Wettbewerb „ Unser Dorf soll
schöner werden „ sowohl auf Landesebene als auch auf
Bundesebene ausgezeichnet worden. Mit einem Vortrag der
Gästeführerin über die Stiftskirche und einem gemeinsam
gesungenen Lied endete in der Kirche das
Besichtigungsprogramm.
Zum
Kaffeetrinken fuhren wir nach Stemwede-Niedermehnen und
kehrten in dem Bauernhofcafe’ Wehebrink ein. Gegen 17.00 Uhr
verabschiedeten sich unsere Gästeführerinnen und wir traten
den Heimweg an. Die Busfahrer wählten auf der Rückfahrt eine
andere Route. Diesmal ging es über die Autobahnen A30, A1
und A43 nach Heven. Um 19.30 Uhr waren wir wieder zu Hause.
Dieser Spätsommertag hatte sich von seiner besten Seite
gezeigt. Wir haben viel gesehen und auch viel erfahren. Der
Tag wird vielen bestimmt in guter Erinnerung bleiben.
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Häuserreihe südlich der Stiftskirche

Vor der
Kurie von Schele

Wappen am Hause der Abtei von Horst

Wappen am
Hause der Kurie von Schele

Altar der
Stiftskirche

Taufstein
in der Stiftskirche
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